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BASEBALL WM

Regensburg 090909

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Fakten, Fakten, Fakten

Fakten, Fakten, Fakten

Vier Tage Baseball-WM gehen jetzt zu Ende – Zeit für eine kleine Bilanz.

Insgesamt 38.000 Besucher sahen die sechs Spiele der WM-Vorrunde und damit mehr als doppelt so viele wie an allen anderen vier Standorten zusammen. Eine stolze Bilanz, die bei den Oberen des internationalen Baseballverbandes nicht unbemerkt geblieben ist. Auch die holländische TV-Produktionsfirma, welche die Aufnahmen für „Eurosport“ bereitstellte, lobte die Regensburger Organisatoren in den höchsten Tönen. Mit einem Augenzwinkern machten sich die sympathischen Holländer noch in der Nacht auf den Weg nach Florenz. Dort seien bis zum Samstag noch keine der erforderlichen Stromkapazitäten zur Verfügung gestellt worden. „Leider findet die Zwischenrunde nicht in Regensburg statt“, schwante dem Produzenten nicht Gutes vor seiner Abreise nach Italien.

Sehr ruhig verliefen die Arbeitstage der Regensburger Polizei. Sie musste nur zweimal zu Einsätzen ausrücken, und die fielen eindeutig unter die Kategorie kurios: Am Freitag wurde ein Einsatzwagen kurzerhand als Eskorte für dringend benötigte neue Spielbälle zur Verfügung gestellt. Und am Samstag brachte ein Einsatzwagen Wang Dong zurück zu seinen Team-Kameraden. Der chinesische Catcher hatte den Bus verpasst. Die Beamten hätten den einsamen Chinesen ins Hotel gefahren. Doch dann entdeckten sie auf dem Gelände noch drei Mitglieder der Mannschaft, die gerade in einen Fahrzeug des WM-Fahrdienstes einstiegen. Sicher lieferten sie ihn bei seinen Kollegen ab. „Es war eine rundherum friedliche Veranstaltung. Unsere Beamten hatten niemals das Gefühl, irgendwo einschreiten zu müssen“, sagt Einsatzleiter Dieter Fetzer. „Die Leute waren einfach gut drauf. Baseballfans wissen einfach, wie man sich benimmt.“

Auch die rund 250 Rettungskräfte der Malteser, Johanniter und des Roten Kreuzes, die über die letzten vier Tage im Stadion im Einsatz waren, hatten nicht viel zu tun. Nur etwa 25 Mal wurde ihre Hilfe gebraucht. Meistens mussten sie nur Pflaster verteilen oder Blasen behandeln. Nur einmal war es etwas schlimmer, als eine Feuerwehrfrau der Freiwilligen Feuerwehr Schwabelweis von einem Ball auf der Nase getroffen wurde. Sie wurde per Rettungsfahrzeug ins Krankenhaus gefahren, mit einem Stich genäht und war nach knapp einer Stunde wieder im Einsatz.

Vom Regensburger Orgateam wurden mehr als 1.400 Zugangsausweise ausgegeben, darunter auch über 160 Akkreditierungen für Presse, Funk und Fernsehen.

Einmal wurden die 23 Männer und Frauen der Löschgruppe Schwabelweis nervös. Am ersten WM-Tag stieg kurz nach Spielbeginn dichter Rauch zwischen den großen TV-Übertragungslastern auf. Kaum dort angekommen gab’s auch schon Entwarnung: Die Mitarbeiter hatten nur ihren Grill angeschmissen und Hamburger und Würste aufgelegt. Der Grill wurde versetzt, der Deckel geschlossen und kurze Zeit später konnten sie sich ihr Essen schmecken lassen.

Eine ganz schöne Strecke legten alle der 240 freiwilligen Helfer zurück, die auf dem ganzen Platz unterwegs waren. Mit am weitesten dürfte wohl Michael Thamm, der Chef der „Schnellen Einsatztruppe“ gekommen sein. Geschätzter Weise einmal nach München und zurück dürfte er in den letzten vier Tagen mit seinem Golfcart und/oder zu Fuß gelaufen sein.

Auch der Fanartikelverkauf lief glänzend. Der Andrang im Fanshop war enorm. Insgesamt gingen 630 T- und Polo-Shirts über den Tresen, dazu kamen 150 Schlüsselbänder. Die WM-T-Shirts waren so beliebt, dass sie schon am dritten Tag ausverkauft waren – und mehr als 100 Fans ihre WM-Souvenirs nachbestellten.

Nach Angaben der Regensburger Cateringverantwortlichen wurden während der vier tollen Tage insgesamt 7.200 Ham- und Cheeseburger gebraten. 100 Kilogramm Bratwürstchen und 1.000 Steaks wurden in ca. 2.000 Brötchen gesteckt und konsumiert. Mehr als 700 Kilogramm Pommes Frites fanden ihre dankbaren Abnehmer.

An der Entsorgungsfront wurde ebenfalls Schwerstarbeit geleistet. 50 mobile Toiletten, und die neue großzügige Toilettenanlage in der Armin-Wolf-Arena standen den Besuchern zur Verfügung. Dort wurden insgesamt rund 240.000 Blatt Toilettenpapier, 40.000 Papierhandtücher und 3,8 Kilometer Handtuchpapier auf Rolle verbraucht. Auch die Seife ging nie aus: Insgesamt wurden 10 Liter Flüssigseife und 7,2 Kilogramm Seifenschaum verbraucht. Ein großes Lob gab es von den Fans für die Mitarbeiter der Firma Drünkler dafür, dass alle Toiletten immer sauber waren. Damit das auch so blieb, gingen 10 Kilo flüssiges Putzmittel drauf.

Aus ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern kamen die Fans nach Regensburg. Die weiteste Anreise hatten aber eine venezolanische Journalistin, die fast 8.500 Kilometer zurücklegen musste und die enthusiastischen chinesischen Fans, die aus gut 7.500 Kilometer Entfernung angereist waren.